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Materialverluste bei der Verarbeitung

Posted by  Alice
21 Aug 2019 0 comments

Es wird immer eine Diskrepanz zwischen dem spezifizierten Gehalt an Platinmetallen (Platingruppenmetalle - Platin, Palladium und Rhodium) zum Zeitpunkt der Herstellung und der nach der Verarbeitung tatsächlich zurückgewonnenen Menge geben. Es wird geschätzt, dass diese Diskrepanz einen Verlust von etwa 15% im Volumen und 20% im Wert darstellt. Der höhere Wertverlust ist auf die Kosten zurückzuführen, die mit den Schmelz- und Raffinationsprozessen bei der PGM-Rückgewinnung verbunden sind. Diese Verluste lassen sich in zwei Bereichen quantifizieren.

 

Vorverarbeitungsverluste

In dem Maße, wie der Markt für Schrottkatalysatoren wächst und professioneller gemanagt wird, stehen den Akteuren der Branche mehr Informationen über die Menge an Platinmetallen in jedem der vielen tausend Katalysatoren zur Verfügung, die es heute gibt. Zuverlässige, umfassende Kataloge bieten jetzt aktuelle Informationen sowohl zum Inhalt als auch zu den Preise, basierend auf den neuesten Marktinformationen. Abweichungen von diesen “neuwertigen”, Spezifikationen können jedoch aus verschiedenen Gründen auftreten:

- je nach Alter des Katalysators und Fahrzeugnutzung kann es während der Lebensdauer des Katalysators zu einer physikalischen Zersetzung kommen

- während der Demontage, der Lagerung und der Transportphasen vor der Verarbeitung kann der Monolith (“Wabe”) manchmal beschädigt werden oder brechen, was zu Verlusten führen kann

-die Zerkleinerungs- und Probenahmephase kann, wenn sie nicht ordnungsgemäß durchführt wird, ebenfalls zu Verlusten führen

Fast der definitionem sind diese Verluste schwer abzuschätzen, und die einzige Möglichkeit, den genauen PGM-Gehalt genau zu bestimmen, ist eine vollständige Analyse des zerkleinerten Monolith-Materials vor der Verarbeitung. Die besser ausgestatteten Verarbeitungsbetriebe können interne oder externe Laboranalysen durchführen. Alternativ liefern tragbare Röntgenfluoreszen (XRF)-Spektrometer genaue und präzise Messungen, die fast dem Laborstandard entsprechen.

Verarbeitungsverluste

Die Verluste bei der physischen Verarbeitung können in zwei Kategorien unterteilt werden:

 - Verluste, die aus den Metallrückgewinnungstechniken resultieren

 - finanzielle Verluste aufgrund der Verarbeitungsgebühren der Hütten und Raffinerien

Für die Rückgewinnung von PGMs aus Altkatalysatoren gibt es eine Reihe verschiedener Verfahren. Dazu gehören hydrometallurgische und pyrometallurgische Techniken sowie andere innovative Mittel wie tief eutektische Lösungsmittel oder chemische Flüssigkeiten. Typischerweise erfolgt die wirtschaftliche Verarbeitung großer Mengen PGM-haltigen Materials jedoch in zwei Stufen:

Schmelzen: Die gebräuchlichste Schmelzmethode für zerkleinerte Monolithen ist die pyrometallurgische Behandlung unter Verwendung eines Hochtempetaturofens, z.B. eines Plasmalichtbogenverfahrens, bei dem eine mit PGM angereicherte Legierung abgeschieden wird. Während dieses Prozesses geht ein kleiner Teil der Platinmetalle in der Schlacke verloren, wobei die endgültige Ausbeute bei Platin und Palladium in der Regel bei etwa 97% liegt, bei Rhodium jedoch nur bei 85%. Je nachdem, welche Art der Beschickung mit der Hütte vereinbart wurde, betragen sie Schmelzkosten bis zu 3,50 $/kg Monolith oder bis zu 5% des Wertes der gewonnenen PGMs.

Raffination: Die Rückgewinnung und Trennung von PGMs bis zu einem Reinheitsgrad von 99,95% (der von der LBMA - The Global Authority for Precious Metals - geforderte Standard) erfordert hochtechnische und teure Raffinationstechniken. In der Regel halten die Raffinerien einen verhandelbaren Prozentsatz der zurückgewonnenen PGMs zurück, um ihre Gebühren zu decken, was zu einem finanziellen Verlust für den Schrotthändler führt.

Wie bereits erwähnt, summieren sich diese und können zu Metallverusten von ca. 15% und Barwertverlusten von ca. 20% führen, wenn man sie mit dem Volumen und dem Wert von Platinmetallen in einem “neuwertigen” Katalysator vergleicht.

 

Ein letzter Gedanke bei der Betrachtung des potentiellen Gewinns aus jeder Charge von Schrottkatalysatoren ist es auch wichtig, Währungsschwankungen zu berücksichtigen. Diese können sich überraschend schnell auf- und abwärts bewegen, und es lohnt sich mit den Markttrends auf dem Laufenden zu bleiben, wenn es darum geht, zu entscheiden, wann verkauft werden soll.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass bei der Finanzplanung für das zukünftige Geschäft diese Variablen berücksichtigt werden müssen - sie können einen deutlichen Einfluss auf die Rentabilität haben, wenn sie nicht berücksichtigt werden.